Männer, Frauen und die Gesellschaft

Gesellschaft und Familie

Erziehende Mannsbilder und die Ausbildung

Wie lange es nur gedauert hat bis sich die institutionalisierten Männer im Elementar- und Jugendbereich zumindest ein wenig etabliert haben. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich meine Ausbildung zum Erzieher begann. Die schulische Ausbildung an der Fachakademie wurde mir verwehrt, da es keine sanitären Anlagen für Männer gab. Die Kinder mussten also auf einen Mann verzichten weil es kein Lokus in der Schule gab? Für mich damals wie heute absolut unverständlich. Durch viele Umwege habe ich letztendlich die Ausbildung zum Erzieher begonnen. Der Zugang zu den Ausbildungsinstituten ist für meiner zum Glück kein Problem mehr. Jedoch gibt es eine Vielzahl an Gründen, warum es immer noch als Besonderheit gesehen wird wenn ein Mann in einer Kindertagesstätte arbeitet. Warum ist das so? Diesen und ähnlichen Fragen möchte ich im Blog nach gehen.

Der Wunsch nach mehr männlichen Bezugspersonen

Nach fast 25 Jahren hat sich die Situation etwas zum positiven gewandelt. Die Ausbildung für Männer ist natürlich möglich und es gibt Männer in Kinderkrippen, Kindergärten und Jugendheimen. Leider kann man die Kollegen immer noch an einer Hand abzählen. In den letzten Jahren hat mich vor allem das Thema Männer und Jungs immer mehr interessiert. Ich habe in meiner Arbeit miterleben können wie die vielen Lebensfragen von Jungen aus weiblicher Sicht beantwortet wurden. Das ist meiner Ansicht nach keine Kritik an der weiblichen Vorgehensweise in der Elementarpädagogik, nein vielmehr ist es ein „für“ mehr Männer an bayerischen Kindertagesstätten. Liebe Erzieher, Väter, Patenonkel wie seht Ihr das? Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

Ein Äußerung des Pädagogen Friedrich Fröbel beschäftigt mich seit etwa 5 Jahren. Fröbel meint:

Die Erziehung zur Bildung des Menschen solle nicht nur dem weiblichen Geschlecht übertragen werden, sondern das mehr von außen lehrende männliche Geschlecht gehört nach dem Gesetz des Gegensatzes nicht minder dazu, und seine Mitwirkung zur Bildung muss nicht nur in den Knaben- sondern schon in den Kinderjahren beginnen.

Friedrich Fröbel (Zitat entnommen aus: Rabe-Kleberg 2003; aus: Lange 1863, Bd. 2, S. 248, zit. nach Mayer 1996)

 

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