FASTENZEIT 2017 – Männer und die Dimension des Fastens

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Fastenzeit 2017

Ohne Krücken durch den Alltag - Fastenzeit 2017

In der Vergangenheit fragte ich mich immer wieder warum ich auf liebgewordene Dinge verzichten sollte? Eine Tasse Kaffee am Morgen oder ein Schnäpschen am Abend, das hat doch nichts mit einer ungesunden Lebensweise zu tun. Von meinen mir liebgewordenen Gummibärchen, die in einer seitlichen Schublade in unserer Küche gelagert sind, mal ganz zu schweigen.

Gerade Männern fällt es schwer auf die Zuckerl des Alltags zu verzichten. Da ein Bierchen beim Stammtisch, dort eine durchnächtigte champions league Nacht vor dem Fernseher, das summiert sich. Aber, Mann brauchts! Ehrlich gesagt, diese kleinen Hilfsmittel helfen mir persönlich durch den Alltag und ich denke es ist doch auch wichtig Freude und Genuss zu erleben.

Jedes Jahr um die gleiche Zeit stürzte dieses Gedankengebilde regelmäßig ein. Ich soll fasten! Und genau in diesem Moment sehe ich es schon fast bildlich vor mir: Eine Dame, die genussvoll an ihrem Eis leckt oder ein Herr, der sich direkt und ohne Umschweife über den Schweinsbraten hermacht. Fürchterlich!

Fasten kommt vom gotischen Wort „Fastan“ und bedeutet in etwa festhalten, beobachten oder auch bewachen. Vermutlich soll ich mich in meiner menschlichen Existenz beobachten und diese mehr in den Vordergrund heben. Sinngemäß war dies in einem Artikel der Allgäuer Zeitung zu lesen. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler gab in diesem Interview diesen Impuls.

Ich bin kein Oberfaster – doch es ist was dran

Mich in den Vordergrund heben mit dem Mittel des Verzichts? Das geht mal gar nicht, dachte ich! So oder so ähnlich denkt ihr vermutlich auch wenn ihr diese Zeilen lest. Das alles stimmt für mich nach wie vor. Ein paar kleine Belohnungen im Alltag motivieren mich und stimmen positiv. So steht gleich zu Beginn dieses Artikels fest:  Ich bin mit Sicherheit nicht der konsequente Oberfaster! Nicht das da ein Missverständnis entsteht.

Männer und der Verzicht – Fastenzeit 2017

Allerdings, mein Bild vom Fasten hat sich in den letzten Jahren etwas gewandelt. Das Fasten bezieht sich für mich nicht nur auf das Thema Ernährung oder auf den Genuss von Spirituosen oder anderen Genussmitteln. Fasten ist für mich ein bewusstes Verzichten auf Dinge von denen ich indirekt schon weiß, dass sie mir nicht gut tun. So hat Breit-Keßler meines Erachtens recht, wenn sie die menschliche Existenz in den Vordergrund gehoben sieht. Ich beobachte mich verstärkt und nehme mich dadurch wichtig. Für Männer ganz schwierig.

Hochgehoben wird gerne das Auto. Jede kleinste Veränderung im Motorengeräusch wird wahrgenommen und sofort wird optimiert, geschraubt und verbessert. Wenn ich jetzt auch in die Kerbe alter Vorurteile über Männer schlagen sollte, ein bisschen ist schon was dran.

Der Geist, die Seele und der Körper des Mannes

Also Männer, lasst uns mal den Focus auf unsere Seele, unseren Geist und unseren Körper richten. Was für mich in diesem Zusammenhang beim Fasten sehr wichtig ist? Verzicht muss auch im Kleinen realisierbar sein. Warum gleich sieben Wochen, es reichen auch bewusste zwei. Natürlich ist es auch in kurzen Zeiträumen schwierig Dinge loszulassen die einem Lieb und teuer geworden sind.

Noch eine Veränderung an mir: Trotz des bewussten Weglassens einer Alltagskrücke empfinde ich Fasten nicht mehr als etwas asketisch Strenges, sondern vielmehr als eine Chance in seinem Inneren Räume für etwas Neues zu schaffen. Die einzige Ausnahme sind die Gummibärchen, Herr Gott fällt mir das schwer! Innere Anteile in sich zu entdecken ist ein Gewinn, wenn auch in ganz kleinen Bereichen.

Die religiöse Dimension – Fastenzeit 2017

In der christlichen Tradition beschreibt die Zeit zwischen dem Aschermittwoch und Ostern eine Zeit der Buße und inneren Einkehr. Sie kann genutzt werden um sich auf das Osterfest vorzubereiten. Damit meine ich nicht nur den äußeren Ritus, die vielen schönen Bräuche, die festlichen Gottesdienste, sondern viel mehr eine Vorbereitung auf eine Begegnung mit sich selbst und somit mit Gott wie jeder einzelne ihn versteht.

Sich selbst begegnen – ich sehe mich selber an

Auf einer Fotomontage entdeckte ich vor kurzem einen Mann der seitlich abgelichtet war. Er saß auf einem Barhocker und sah sich selber an. Sich selbst begegnen ist für viele Männer in unserem stressigen Alltag eher schwierig. Wär mal ne interessante Erfahrung, dachte ich mir! Sich selber begegnen.

Die Segnung der Asche – Der Gang in eine neue Zeit

Mit der Segnung der Asche gehen Christen in eine andere Zeit. Sie haben die Chance sich nicht mehr im Unwesentlichen zu verlieren. Oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein bewusster Verzicht auf Krücken des Alltags die eigene Wahrnehmung verändert. Nach anfänglich massiven Schwierigkeiten werde ich weicher, interessierter und auch kommunikativer. Wie beschrieben, bei mir funktioniert das „nur“ im Kleinen! Der Verzicht, das Weglassen ist die Asche, der Segen ist das was daraus entstehen kann.

Auch bei minimalen, allerdings konsequenten Veränderungen stellen sich Erfolge ein. Ich kann den Menschen wieder wirklich begegnen. Meine Poren sind nicht mehr mit den vielen Angeboten aus der Werbung, dem Lärm des Fernsehers der seit Stunden läuft oder ähnlichem verstopft.

Die neue Wahrnehmung kommt oft ganz unscheinbar daher, ist aber durch aus kraft- und machtvoll in seiner Auswirkung. Mir schmeckt das Essen wieder. Ich habe echten Genuss am Essen, schmecke die Süße einer reifen Orange. Ein kleines persönliches Ostern!

Und jetzt kommt das eigentlich tolle und für mich sogar religionsverbindende. Das muss ich alles nicht alleine machen. Egal ob

  • im Islam am Ramadan gefastet wird,
  • es im Buddhismus ab der Mittagsstunde kein Essen gibt, -
  • im Judentum Jom Kippur, der große Versöhnungs- und Fastentag zelebriert wird oder
  • im Christentum die Vorbereitung auf die Auferstehung unseres Herrn begangen wird. Wir tun dies –wenn wir wollen- gemeinsam! Das ist neben einer Begegnung mit sich selbst etwas für mich absolut sinnstiftendes und veränderndes.

Und nochmal: Für mich spielt der Zeitraum nicht die übergeordnete Rolle, die Bewusstheit im Prozess ist viel wichtiger!

Fastenzeit 2017 - der gesundheitliche Nutzen

Es gibt verschiedene Fastenarten: Heilfasten nach Buchinger, Fasten nach F.X. Mayr, Fasten mit Suppen, Fasten mit Früchten, Molke Fasten, Fasten im Zusammenhang mit einer Schrothkur, usw..Je nachdem was sie für eine Fastenmethode wählen, Fasten hat eine positive Wirkung auf unseren Körper. Besonders im Männerkörper entstehen häufig ernährungsbedingte Krankheiten   Es ist ganz eindeutig, dass das Fasten im Bereich Verzicht auf Nahrungsmittel entgiftend wirkt. Es geht konkreter. Von Prof. Dr. Andreas Michalsen ist in einem Spiegelartikel zu lesen, dass der Verzicht von Nahrungsmitteln eine positive Auswirkung auf den Insulin- und Zuckerspiegel hat. Daueressen sei von der Evolution gar nicht vorgesehen, so Michalsen.

Begleitendes Fasten mit Superfood Drinks helfen zusätzlich dabei Giftstoffe auszuleiten. Natürlich hilft ein Verzicht auf Nahrungsmittel beim Abnehmen. Der Rettungsring hat eine Chance zu verschwinden. Bauchfett ist gefährliches Fett! Doch große Vorsicht ist geboten. Wer konsequent Abnehmen möchte, sollte dies nur nach Rücksprache mit seinem Arzt tun.

Auf der Gelenk- und Herz - Kreislaufebene sind Männer ebenso empfindlich. Hier hat Fasten ebenso eine positive Auswirkung. Alles aber mit Maß und Ziel. Ihr  wollt Euch ja etwas Gutes tun und nicht mit einem Kreislaufzusammenbruch im Krankenhaus liegen!

Beim Verzicht auf das Weglassen von Alltagskrücken die nichts mit Ernährung zu tun haben sind mir keine direkt nachweisbaren körperlich positiven Auswirkungen bekannt. Dass allerdings genannte spirituelle Dimension, die ich zu Beginn versucht hatte zu beschreiben positive Wirkung auf Geist, Seele & Körper hat ist für mich unumstritten. Das kann jeder für sich feststellen und beurteilen.

Die Dimensionen des Fastens bewirken Veränderung beim Mann - Fastenzeit 2017

Egal ob Du aus religiösen oder anderen Gründen für einen gewissen Zeitraum auf Dinge und Gewohnheiten verzichtest, diese Zeit hat positive Auswirkungen auf Seele, Geist & Körper. Achte darauf, dass Du dir kleine und nicht allzu große Ziele bezüglich der Zeitdauer und des Inhalts steckst! Liebe konsequent kurz, als erfolglos lang ist. Das ist meine persönliche Devise.  Du wirst sehen, Dein Weizen wird Dir wieder schmecken, so wie noch nie zuvor. Erst mit einer Pause ist wirklicher Genuss wieder möglich. Ich wünsche Euch eine gesegnete und erfolgreiche Fastenzeit. Egal wie lange und egal auf was ihr innerlich verzichten möchtet.

oliver74

Servus! Herzlich Willkommen bei den erziehenden Mannsbildern! Der Blog über Männerthemen, Erziehung und Vaterschaft. Schaut rein und seht Euch um. Freue mich über Kontakt und Austausch. Euer Oliver

1 Response

  1. oliver74 sagt:

    Servus, sehr anregende Lektüre mit der man auch etwas anfangen kann, wenn man nicht in die Kirche geht. Vielen Dank!

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